Auf ein Date mit Chatbots und Alexa. Schüler der Kelsterbacher KTS lernen Umgang mit Sprachassistenten (Frankfurter Neue Presse, 12.02.2025)
Kelsterbach – Viele Apps und Homepages setzen mittlerweile auf Chatbots, in immer mehr Familien gehören Sprachassistenten zum Alltag, die auf Kommando Musik spielen, den Kalender vorlesen oder Fragen beantworten. Durch sie kann man auf einfache und intuitive Weise mit Geräten interagieren und Informationen erhalten.
Auch Kinder kommen mit solchen Technologien immer mehr in Berührung – diese sind daher Gegenstand der Medienerziehung, wie sie in der Kelsterbacher Karl-Treutel-Schule (KTS) von der „mkk – meine krankenkasse“ und Jörg Astheimer angeboten wird. Wie die Krankenkasse mitteilt, gehe man mit der Grundschule und dem Medienpädagogen Astheimer von 6Degrees* bereits seit neun Jahren gemeinsame Wege. Ziel sei die Förderung eines gesunden Umgangs mit digitalen Medien.
Nicht immer ist das Gegenüber ein Mensch
„Wir schauen schon immer darauf, wie Kinder und Jugendliche eigentlich in der Lage sind, achtsam mit Chats und Messengern umzugehen”, sagt Nils Dößereck, der die Workshops als Präventionsberater seitens der Krankenkasse betreut. Nicht immer sei das Gegenüber der Kinder auch ein Mensch und so kämen die Mädchen und Jungen auf verschiedenen Wegen auch mit Chatbots in Berührungen, die menschliche Gespräche simulieren und mit künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten würden, schreibt die mkk in einer Mitteilung. Berühmte Beispiele sind etwa Alexa, Siri oder ChatGPT (Open AI).
„Wir orientieren uns hier ganz eng an den Bildungszielen von Schulen und Kitas. Und versuchen, dass Kinder die Möglichkeit bekommen, diese Technologien, zu verstehen und kritisch zu hinterfragen”, berichtet Jörg Astheimer. Den Alltag durchdrängen diese Geräte immer mehr– doch Kinder würden die von Alexa und Co. erzählten Witze immer noch als wenig originell oder lustig bewerten. Mit dem Humor von Kindern könnten die Geräte nicht mithalten. „Fragt man die Kinder, wer witziger ist, die Eltern oder Alexa, heben fast alle Kinder die Hand für die Eltern“, heißt es in der Mitteilung.
Die Schülerinnen und Schüler kommen auch mit Bots in Kontakt, die auf YouTube Kommentare hinterlassen, in Spielen, etwa Roblox, Anfragen oder Links zu Webseiten schicken – oder sogar Betrugsnachrichten senden. Grundschüler, die bereits ein Smartphone besitzen, seien ebenfalls von Betrugsnachrichten betroffen, wie etwa: „Hallo Mama/Papa, hier ist dein Sohn. Ich habe eine neue Handynummer. Bitte speichere sie.”
Betrugsvarianten anders als bei Erwachsenen
Kindern sei dabei oft nicht bewusst ist, dass sie nicht mit einem Menschen kommunizierten. Die KTS und Jörg Astheimer klären daher auf und sensibilisieren für das Problem. Zudem begegnen Kinder durch Messenger und Online-Spiele Betrugsvarianten, die sich von denen für Erwachsene, wie etwa Phishing-Mails, unterscheiden. „Bei den jüngeren Nutzern stehen eher Game-Konten, virtuelle Spielwährungen oder in Spielen erworbene Gegenstände im Fokus der Betrüger, die auch als ‘Scamer’ bezeichnet werden“, heißt es weiter. Auch die Eltern werden über diese Entwicklungen informiert und es gab bereits einen begleitenden Infoabend, an dem über 80 Eltern teilgenommen haben.
Auch die durch Open AI und ChatGPT bekannt gewordenen Chatbots, die auf generativer künstlicher Intelligenz (KI) basieren, erreichen die Kinder: mal in der Form von Bing und Copilot, dann wieder über ChatGPT. Die erste Berührung damit machten die Kinder in vielen Fällen über die Messenger-App Snapchat, die vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt sei. Ein dort fest integrierter Chat-Partner beantwortet alle Fragen.
Im Dialog mit Astheimer habe ein Schüler von “botischer Hilfe” gesprochen – eben dass man Bots einsetzen kann, Aufgaben zu erledigen – auch für die Schule. Damit liege er richtig. „Und Kinder, Elternhäuser und Schulen werden vor allem in den weiterführenden Schulen immer mehr mit der Frage konfrontiert werden, wie Lernen und das Verwirklichen von eigenen Ideen in Zeiten von solchen KI-gestützten Hilfen möglich sind“, mahnt der Medienpädagoge.
Fürs Erste erfuhren die Kinder in den Workshops, wie man ChatGPT für den Wissenserwerb und für kreative Ideen einsetzen kann. Dabei entstanden unter anderem fantastische Geschichten rund um die KTS und den Kinderhelden Sponge Bob. Fragen nach dem besten Fortnite- oder Brawl-Stars-Spieler seien genauso Thema gewesen, wie die Gretchenfrage, ob Ronaldo oder Messie der beste Fußballer sei. Am meisten habe die Kinder beeindruckt, dass ChatGPT in der Lage war, den Morgengruß der Klassen in alle Sprachen dieser Welt zu übersetzen und vorzutragen.
Auch das Klassentier wurde nach den Fantasien der Kinder neugestaltet: So wurde der Pinguin zum Superheld oder zum Astronauten und der Klassen-Panda macht Wellenreiten in den Wolken oder segelt vergnügt mit einem Drachen durch die Luft. Über die App Copilot konnten die Kinder ihre persönlichen Erfahrungen und Vorlieben mit dem verschränken, was sie aus der Medienwelt kennen: den Stars, Spielfiguren und Zeichentrickserien. Für alle Kinder sei dies beeindruckend gewesen.
Die beliebte Spieleplattform Roblox, die bisher ab 12 Jahren freigegeben war, hat eine neue Altersfreigabe erhalten. Nach einer erneuten Prüfung durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) wurde entschieden, dass Roblox mit seinen aktuellen Inhalten und Funktionen nicht mehr für Kinder geeignet ist. Ab sofort gilt eine Freigabe ab 16 Jahren. Im Folgenden erklären wir die Gründe für diese Entscheidung, was sie für Eltern und Kinder bedeutet und worauf pädagogische Fachkräfte besonders achten müssen.
Warum wurde Roblox neu bewertet?
Die USK hat kürzlich eine umfassende Überprüfung von sogenannten Game Creator Plattformen durchgeführt – Online-Angeboten, auf denen Nutzer*innen eigene Spiele erstellen können. Beispiele hierfür sind Roblox oder Fortnite. Auf diesen Plattformen lassen sich komplexe Spielwelten und eigene Spielmechaniken gestalten. Allein auf Roblox existieren Millionen solcher nutzergenerierten Spiele.
Laut der USK hat sich der Markt für diese Plattformen in den letzten Jahren stark verändert. Sie sind nicht nur populärer geworden, sondern erhalten auch regelmäßig neue Funktionen, während andere entfernt werden. Solche dynamischen Entwicklungen machen regelmäßige Neubewertungen notwendig, um sicherzustellen, dass die Altersfreigaben weiterhin angemessen sind.
Besonders problematisch sind bei Game Creator Plattformen Inhalte, die von Nutzer*innen erstellt werden, und Funktionen zur Interaktion, wie Chats. Diese können potenziell zu unangemessenen Inhalten, Cybergrooming oder Cybermobbing führen. Gleichzeitig prüft die USK, ob Plattformen geeignete Sicherheitsmaßnahmen, Einstellungsmöglichkeiten für Eltern und kinderfreundliche Inhalte bereitstellen. Diese Faktoren fließen in die Bewertung ein.
Das Ergebnis der Überprüfung
Von den 17 überprüften Game Creator Plattformen blieben die meisten Altersfreigaben unverändert. So ist Fortnite weiterhin ab 12 Jahren freigegeben. Roblox jedoch wurde von einer Freigabe ab 12 Jahren auf eine Freigabe ab 16 Jahren hochgestuft.
Die Hauptgründe für diese Entscheidung sind:
- Gewaltdarstellung: Inhalte, die für Kinder ungeeignet sind.
- Kaufanreize: Mechanismen, die zu häufigen Käufen verleiten, darunter auch Glücksspielfunktionen.
- Interaktionsmöglichkeiten: Risiken durch Chats und soziale Funktionen, die Cybergrooming oder Mobbing begünstigen könnten.
Was bedeutet die neue Freigabe für Eltern und Fachkräfte?
Die USK-Altersfreigaben dienen dazu, Kinder und Jugendliche vor ungeeigneten Medieninhalten zu schützen, die ihre Entwicklung beeinträchtigen könnten. Sie sind für Anbieter von Videospielen verpflichtend, egal ob in Geschäften oder auf digitalen Plattformen wie dem Google PlayStore.
- Für Fachkräfte: Angebote im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit unterliegen dem Jugendschutzgesetz. Spiele mit einer Freigabe ab 16 Jahren dürfen dort nur mit Jugendlichen ab 16 Jahren genutzt werden. Roblox darf daher nicht mehr bei Veranstaltungen eingesetzt werden, an denen auch jüngere Kinder teilnehmen.
- Für Eltern: Die Altersfreigaben der USK sind Orientierungshilfen, keine pädagogischen Empfehlungen. Eltern können im Rahmen ihres Erziehungsrechts selbst entscheiden, ob ihr Kind ein Spiel nutzt. Diese Entscheidung sollte jedoch gut abgewogen werden, insbesondere wenn Risiken wie ungeeignete Inhalte oder Kontaktmöglichkeiten bestehen. Nur im Fall einer Kindeswohlgefährdung können Behörden eingreifen.
Was können Eltern tun, wenn ihr Kind Roblox spielt?
Viele Eltern werden sich fragen, wie sie angesichts der neuen Freigabe handeln sollen. Wichtig zu wissen ist, dass die Plattformbetreiber für die Inhalte und Sicherheitsmaßnahmen verantwortlich sind, nicht die USK. Roblox erhielt die neue Einstufung, da die Plattform ihre Inhalte und Funktionen nicht ausreichend an jüngere Nutzer*innen angepasst hat.
Eltern sollten daher:
- Die Plattform genau prüfen und mit ihrem Kind darüber sprechen.
- Einstellungen zu Inhalten und Privatsphäre anpassen.
- Alternativen für jüngere Kinder in Betracht ziehen.
Die Freigabe anderer Plattformen zeigt, dass kinderfreundliche Gestaltung möglich ist. Von den geprüften Game Creator Plattformen erhielten 15 eine Freigabe ab 6 oder 12 Jahren.
Meta auf Trump-Kurs: Lockerungen bei Faktenchecks, Beleidigungen und Gewaltaufrufen sorgen für Kritik
Januar 12th, 2025
Astheimer
Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram unter Leitung von Mark Zuckerberg, hat angekündigt, in den USA künftig auf Faktenprüfer zu verzichten und die globalen Nutzungsregeln zu lockern. Dieser Schritt erfolgt parallel zur Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus und stösst in Europa auf scharfe Kritik.
Zusammengefasst wird Meta nicht mehr aktiv gegen bestimmte Beleidigungen, Gewaltaufrufe und Falschinformationen vorgehen.
Seit 2018 nutzte Meta ein System, bei dem externe Faktenprüfer, etwa von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) oder der französischen AFP, die Verbreitung von Falschinformationen eindämmten. Beiträge, die als falsch identifiziert wurden, erhielten Hinweise oder wurden in ihrer Reichweite begrenzt. Nun bezeichnet Zuckerberg dieses System selbst als „Zensur“ und wirft den Prüfern politische Voreingenommenheit vor. Die betroffenen Organisationen weisen dies vehement zurück.
Neben der Abschaffung der Faktenchecks in den USA plant Meta weitreichende Änderungen seiner globalen Nutzungsrichtlinien. Der Begriff „Hassrede“ wird gestrichen, und zuvor verbotene Äußerungen zu kontroversen Themen wie Geschlecht, Migration oder sexueller Orientierung sind nun erlaubt. Formulierungen, die pseudo-wissenschaftlich begründete Diskriminierung und Rassismus ermöglichen könnten, ersetzen frühere strenge Verbote. Auch der Hinweis, dass Hassrede Offline-Gewalt fördern kann, wurde gestrichen.
Die Änderungen stehen im Widerspruch zu den EU-Vorgaben. Dort müssen Plattformen Maßnahmen gegen Desinformation ergreifen, wobei die Zusammenarbeit mit Faktenprüfern ein niedriges Sanktionsrisiko bietet. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat Meta bereits vor den möglichen Konsequenzen gewarnt.
Die Lockerung der Regeln wird vor allem als politisches Entgegenkommen gegenüber Trump und dessen Unterstützer Elon Musk interpretiert. Der Schritt dürfte die Spannungen zwischen Meta und der EU weiter verschärfen, insbesondere da Zuckerberg bereits in der Vergangenheit kontroverse Äußerungen zur Meinungsfreiheit gemacht hatte.
Der medienpädagogische Umgang mit den Neuerungen von Meta an Schulen sollte weiterhin darauf abzielen:
1) Schüler*innen zu befähigen, kritisch mit Informationen umzugehen, Manipulation zu erkennen und sich aktiv gegen Desinformation einzusetzen.
2) Schüler*innen zu befähigen, die Normen sozialer Kommunikation im Netz zu verinnerlichen und sich gegen verletzendes Verhalten zur Wehr zu setzen.
Dazu bieten sich verschiedene Ansätze an:
Kritische Auseinandersetzung mit Informationen
• Quellenbewertung: Lehrkräfte sollten Schüler*innen vermitteln, wie sie die Glaubwürdigkeit von Informationen und Quellen einschätzen können. Dies umfasst die Analyse von Autoren, Plattformen und Absichten hinter Beiträgen.
• Faktenchecks selbst durchführen: Schüler*innen können lernen, eigenständig Fakten zu überprüfen, indem sie auf vertrauenswürdige Plattformen wie „Correctiv“ oder „dpa-Faktencheck“ zugreifen.
• Algorithmen verstehen: Jugendliche sollten ein grundlegendes Verständnis dafür entwickeln, wie soziale Medien Algorithmen nutzen, um Inhalte zu priorisieren, und wie diese Prozesse ihre Wahrnehmung beeinflussen.
Kritische Auseinandersetzung mit Hassrede und Meinungsfreiheit
• Grenzen der Meinungsfreiheit diskutieren: Die rechtliche und ethische Dimension von Hassrede (z. B. Holocaust-Leugnung) sollte in den Unterricht integriert werden, um den Unterschied zwischen freier Meinungsäußerung und strafbarer Hetze zu verdeutlichen.
• Ethik im digitalen Raum: Schüler*innen können Debatten über moralische Verantwortung und den Einfluss von Plattformen wie Meta auf gesellschaftliche Werte führen.
Die Schüler*innen einer fünften Klasse beschäftigten sich in einem spannenden Workshop mit dem Thema „Dark Patterns in Games“. Gemeinsam mit der Lehrkraft, der Schulsozialarbeit und Jörg Astheimer erkundeten sie, wie bestimmte Designentscheidungen in Spielen die Spieler manipulieren können. Besonders beleuchtet wurden die Spiele Roblox, Brawl Stars und Fortnite.
Beispiele der Schüler*innen für Dark Patterns:
- Virtuelle Währungen: Die Schüler bemerkten, dass Roblox-Spieler oft ermutigt werden, Robux (die virtuelle Währung) zu kaufen, um im Spiel weiterzukommen. Dies führt zu einem hohen finanziellen Druck, besonders bei jüngeren Spielern.
- Zeitliche Beschränkungen: Einige Spiele innerhalb von bspw. Roblox setzen auf zeitlich begrenzte Angebote, die die Spieler dazu verleiten, schnell zu handeln und In-Game-Käufe zu tätigen.
- Lootboxen: Die Schüler identifizierten Lootboxen in Brawl Stars als ein prominentes Dark Pattern. Diese Boxen bieten zufällige Belohnungen, was die Spieler dazu veranlasst, mehr Geld auszugeben, um bessere Gegenstände zu erhalten.
- FOMO (Fear of Missing Out): Brawl Stars nutzt zeitlich begrenzte Events, die bei den Spielern das Gefühl erzeugen, etwas zu verpassen, wenn sie nicht aktiv am Spiel teilnehmen.
- Battle Pass: Der Battle Pass in Fortnite wurde von den Schülern als manipulative Taktik erkannt. Spieler müssen regelmäßig spielen und Belohnungen freischalten, um den Wert ihrer Investition zu maximieren.
- Skins und Anpassungen: Fornite bietet viele kosmetische Gegenstände an, die oft teuer sind und bei den Spielern den Wunsch wecken, sie zu besitzen, um im Spiel sozial anerkannt zu werden.
Schülermeinungen:
- Max: „Ich finde es unfair, dass Spiele uns dazu bringen, so viel Geld auszugeben. Manchmal kaufe ich Sachen, die ich eigentlich gar nicht brauche.“
- Lena: „Die zeitlich begrenzten Angebote stressen mich. Ich habe Angst, etwas zu verpassen, und gebe dann schnell mein Geld aus.“
- Tom: „Es wäre besser, wenn Spiele ehrlicher wären und nicht versuchen würden, uns zu manipulieren.“
Fazit:
Der Workshop half den Schülern, ein Bewusstsein für die manipulativen Techniken in Spielen zu entwickeln. Sie lernten, kritisch zu hinterfragen und bewusster mit ihren Entscheidungen umzugehen.
Danke an die Grundschule Königstädten, dass ich einen gemeinsamen Vortrag mit der Polizei von Rüsselsheim auf die Beine stellen darf, bei dem es im ersten Teil um Gewaltprävention gehen wird und im zweiten Teil oben digitale Medien. Dieser findet am 28. Mai abends um 18 Uhr statt
Gewaltprävention, das Thema von Herrn Thomas, ist natürlich auch online virulent. Und so nutzen wir die Gelegenheit, unser praktisches Wissen rund um Medien und auch Gewalt zu bündeln und am dem Abend zu präsentieren. Damit stehen wir auch als Ansprechpartner für Fragen gemeinsam zur Verfügung. So bin ich bereits sehr gespannt darauf, welche gemeinsamen Antworten wir auf Elternfragen parat haben werden. Was wäre das Leben ohne Kooperationen.
Gewaltprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der die Polizei eine Schlüsselrolle einnimmt. Durch ihr vielfältiges Engagement in Bereichen wie Täterarbeit, Opferschutz und Vernetzung leistet sie einen unverzichtbaren Beitrag, um Gewalt in all ihren Formen vorzubeugen und eine friedliche Gesellschaft zu fördern.
Die gemeinsame Infoveranstaltung steht im Zusammenhang mit zwei thematisch getrennten Workshops, die ebenso stattfanden. Und ausserdem freut es mich, an meiner eigenen alten Schule zurück zu sein, die mich sehr geprägt hat.
Praxisprojekt: Die SchülerInnen der Bürgermeister-Hardt-Schule zeigen Ihre neuen Räume
Mai 12th, 2024
Astheimer
In den letzten Wochen waren wir an der Bürgermeister-Hardt-Schule in Kelsterbach im Einsatz. Als wir unsere Workshops starteten, waren gerade die neuen Büroräume und Klassenräume fertig. Und das war die beste Gelegenheit, um mit den Kindern die neuen Räume in Fotos und Filmen vorzustellen. Ausreichend von Neugierde und Mitteilungsdrang erfasst, machten sich die Kinder der zweiten Klassen ran, um die neuen Räume und Dinge, die sie von nun an umgeben, zu zeigen. Fast schon wie Profis konnten die Schülerinnen und Schüler vor und hinter der Kamera darstellen, was es in der Schule Neues zu entdecken gibt. Dabei kam viel Moderationstalent zum Einsatz. Und der Umgang mit den Tablets konnte auch schnell gelernt werden.
Auffällig bei dem Projekt war, dass auch die Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache hatten, sehr gut die Dinge benennen konnten, die in den Filmen zu sehen waren. Insofern eignete sich der Ansatz auch sehr gut zur Sprachförderung. Fremdsprachen wurden außerdem eingebaut, indem wir die Videos in einem zweiten Schritt noch in verschiedenen Sprachen neuvertonten. Für alles reichte die technische Ausstattung der Schule aus.
InfluencerInnen – ein fikives Gespräch zwischen Heidi Klum, Martin Heidegger, Erving Goffman und Platon
Mai 8th, 2024
Astheimer
Wie könnte ein fiktives Gespräch zwischen Heidi Klum, Martin Heidegger, Erving Goffman und Platon über Influencer aussehen? Hier der von Chat GPT erfundene Dialog
Heidegger: „Frau Klum, wie sehen Sie die Rolle von Influencern in der heutigen Gesellschaft?“
Heidi Klum: „Nun, Herr Heidegger, Influencer sind wie moderne Botschafter. Sie haben die Macht, Trends zu setzen und Meinungen zu formen. Auf Plattformen wie TikTok erreichen sie Millionen von Menschen.“
Heidegger: „Interessant. Sie sprechen von Macht, doch ich frage mich, ob diese Macht nicht die Essenz des Seins verdunkelt. Sind wir noch authentisch, wenn wir uns durch die Augen der anderen sehen?“
Heidi Klum: „Das ist ein guter Punkt. Aber ich glaube, dass Authentizität auch in der digitalen Welt existieren kann. Viele Influencer teilen ihre echten Erfahrungen und Gefühle.“
Heidegger: „Aber ist das nicht eine Illusion? Eine Inszenierung für Likes und Follower? Wo bleibt da das wahre Dasein?“
Heidi Klum: „Es ist eine neue Art der Kommunikation. Ja, es gibt Inszenierung, aber auch echte Momente. Es geht darum, eine Balance zu finden.“
Heidegger: „Eine Balance… vielleicht ist das der Schlüssel. Die Technik als Werkzeug, nicht als Meister.“
Platon: „Ich höre euer Gespräch und denke an die Schatten in meiner Höhle. Die Bilder, die Influencer teilen, sind wie die Schatten an der Wand – sie sind nur Abbilder der Ideen.“
Heidegger: „Genau das ist meine Sorge. Die Technik schafft eine Welt der Abbilder und entfernt uns von der Wahrheit des Seins.“
Heidi Klum: „Aber Platon, könnten diese digitalen Medien nicht auch eine Form der Höhle verlassen? Sie verbinden Menschen weltweit und teilen Wissen.“
Platon: „Es ist möglich, aber nur, wenn die Menschen erkennen, dass es Abbilder sind und sich auf die Suche nach der Wahrheit begeben.“
Heidegger: „Und diese Suche nach Wahrheit ist es, die uns zum eigentlichen Sein führt.“
Heidi Klum: „Ich verstehe. Es geht also darum, die Medien bewusst zu nutzen und immer nach der tieferen Bedeutung zu suchen.“
Platon: „Richtig. Die wahre Erkenntnis liegt nicht in den Schattenbildern, sondern im Licht der Ideen.“ Heidegger: „Und in der digitalen Welt müssen wir vorsichtig sein, nicht in eine neue Höhle der Illusionen zu treten.“
Heidi Klum: „Wir sollten also die Technologie nutzen, um uns zu erheben, nicht um uns zu beschränken.“ Goffman: „Ich habe eure Diskussion verfolgt und denke über die Darstellung des Selbst nach. Influencer auf TikTok, sie inszenieren ihre Identität für ein Publikum, nicht wahr?“
Heidegger: „Ja, sie schaffen eine ‚Vorstellung‘, die die Wahrheit des Seins verdecken könnte.“ Heidi Klum: „Aber ist diese Inszenierung nicht auch ein Teil von uns? Wir alle spielen verschiedene Rollen im Leben.“
Platon: „Das mag sein, aber wir sollten nach der Wahrheit hinter den Rollen suchen, nach der Idee des Selbst.“
Goffman: „Die Frage ist, ob diese digitalen Plattformen uns erlauben, unsere ‚Hinterbühne‘ zu zeigen, oder ob wir immer ‚auf der Bühne‘ sind.“
Heidegger: „Eine Welt, in der wir immer performen, ist eine Welt ohne echte Begegnung mit dem Sein.“
Heidi Klum: „Ich denke, es gibt Raum für Echtheit, auch in der Performance. Es kommt darauf an, wie wir es nutzen.“
Platon: „Wir müssen die Schatten der Performance durchschauen, um das wahre Licht der Ideen zu sehen.“
Goffman: „Und wir müssen uns bewusst sein, dass jede Performance eine Botschaft sendet und unsere soziale Realität formt.“
Ziel unserer Praxisprojekte ist es, Kindern Medien als ‚Werkzeug‘ zu vermitteln.
Fotos und Videos kennt eigentlich jedes Kind. Und die meisten von ihnen machen öfter eigene Schnappschüsse oder Filmaufnahmen. Mit Ton- bzw. Audioaufnahmen ist das eine andere Sache. Viele Kinder sind damit bisher wenig in Berührung gekommen.
Fragt man sie nach Ton- bzw. Audioaufnahmen zucken viele erstaunt mit den Schultern. Oder: Ihnen sind Sprachaufnahmen allenfalls durch Messenger wie Signal oder WhatsApp bekannt. Und dann eben auch nur in Ihrer Funktion, die sie in der Kommunikation mit anderen Menschen Inne haben. Während Kinder eine Foto-App also in der Regel sofort entdecken, rätseln die meisten, bis sie eine App wie ‚Diktiergerät‘ (Samsung) oder ‚Sprachmemos‘ (Apple) überhaupt finden. Solche Apps zum Aufnehmen von Sprache, Geräuschen, Klängen, etc. wollen wir uns im Folgenden genauer anschauen.
Anhand eines improvisierten Hörspiels gehen wir der Frage nach, welche Potenziale Apps wie ‚Sprachmemos‘ oder ‚Diktiergerät‘ für die medienpädagogische Arbeit bieten.
Die Vorgehensweise eines improvisierten Hörspiels ist leicht erklärt: Die Kinder gruppieren sich um ein Aufnahmegerät wie bspw. ein Tablet. Die Aufnahme kann von PädagogInnen oder Kindern gemacht machen. Alle sind gemeinsam an der Herstellung des Hörspiels beteiligt. Man findet zunächst gemeinsam eine Rahmenhandlung und AkteurInnen. Und dann wird eine Geschichte improvisiert erzählt. Dabei können ErzählerInnen, AkteurInnen, Geräusche, etc. zur Sprache kommen.
Wie sich die Handlung entwickelt und wie sie eingesprochen bzw. vertont wird, wird durch die Kindergruppe spontan bestimmt. Nach ein paar Minuten Aufnahme ist dann bspw. eine kurze Geschichte bzw. Episode erzählt, die sich dann auch mit einer Nächsten fortsetzen lässt. Anhören lässt sich das Ganze am besten über Lautsprecher, die bspw. über Bluetooth verbunden werden.
Welche Potenziale stecken in der medienpädagogischen Arbeit mit Hörspielen?
Mit dem Fokus auf Stimme und Sprache bietet das Projekt Potenziale, die über die sonstigen körpergebundene Ausdrucksformen hinausgehen. Indem die Kinder sich gerade nicht mit ihrer visuellen Erscheinung einbringen, gelingt es, dass sie sich stärker von ihrer visuellen Identität lösen können und damit auch über viel mehr Freiräume beim Erzählen und beim Herstellen von Geräuschen besitzen.
Die Gruppenprozesse sind meistens dadurch geprägt, dass sich die Kinder individuell einbringen können: Manche von Ihnen sind besonders erfindungsreich darin, Töne und Klänge nachzumachen. Mal sind es Tiergeräusche oder eine besondere Aussprache, mit denen die Kinder die ganze Gruppe überraschen oder begeistern können. Auch fangen Kinder dabei gerne an zu singen oder sie bringen etwas in einer Fremdsprache ein. Andere schaffen es, mit Ihren Ideen die Geschichte weiterzuerzählen und bringen dabei oft auch viel Fantasie ein. Wunderbar ist es, wenn von Kindern Dinge erfunden und erzählt werden, die es nur in der Fantasie geben kann.
Außerdem ist die Konzentration der Kinder besonders hoch. Sie hören einander gespannt zu und sind als Gruppe über eine längere Zeit hochkonzentriert. Je nach Gruppe gibt es für die Kinder sehr viele Überraschungsmomente und Anlässe, sich miteinander über das Projekt zu freuen. Viele sind auch überrascht die eigene Stimme zu hören – besonders dann, wenn sie verstärkt ist.
Welche Geräte und Apps können zum Einsatz kommen?
Am einfachsten ist es, schlichte Technologien zu verwenden. Apps wie ‚Diktiergerät‘ (Samsung/ Android) oder ‚Sprachmemos‘ (Apple/ IOS) sind bei Tablets oder Smartphones ohnehin an Bord. In der Bedienung sind Tablets einfacher als die Smartphone-Variante. Außerdem enthält die Ipad-Version ‚Sprachmemos‘ gegenüber der Iphone-Version alle Funktionen, die man für die Aufnahme von Hörspielen benötigt. Die Apps sind einfach zu bedienen, dass sie eigentlich kaum ein Hindernis darstellen. Ein paar niederschwellige Funktionen genügen, um die Aufnahmen gelingen zu lassen.
Schauen wir uns dazu ‚Sprachmemos‘ auf dem Ipad genauer an. Da ist zum einen die ‚Pause‘-Funktion, um Aufnahmen zu stoppen und danach mit ‚Weiter‘ wieder fortzusetzen. Zum anderen kann man sich innerhalb der Aufnahme bewegen und eine aufgenommene Passage durch eine Neue ersetzen. Mit der gleichlautenden Funktion (‚Ersetzen‘). In der Praxis ist die ‚Ersetzen‘-Funktion unglaublich wichtig, da Kinder immer auch Mal zu früh einsetzen oder mit dem Vorgetragenen nicht zufrieden sind. Dann ist es ein Handgriff und die Aufnahme ist gelungen. Besondere Freude haben die Kinder daran, die ‚Ersetzen‘-Funktion kennenzulernen, wenn man lustige Versprecher oder falsche Dinge in einen Text einbaut und sie danach gemeinsam mit den Kindern korrigiert. Das dies technisch möglich ist und die Aufnahme sich immer noch flüssig anhören kann, verblüfft die Kinder ungemein und in der Regel kommt dabei große Freude auf. Aus technischer Sicht ist abschließend zu erwähnen, dass man eine gespeicherte Aufnahme damit fortsetzen kann, indem man das Menü ‚Bearbeiten‘ auswählt.
Die Gruppenarbeit gelingt vor allem dann, wenn einem die gemeinsamen Prozesse wichtiger sind als das fertige Produkt. Akzeptiert man auch kleine Versprecher oder zu spät gestartete Aufnahmen, dann kommt man in der Regel sehr schnell zu einem guten Ergebnis.
Weitere aktuelle medienpädagogische Projekte mit Sprache, Geräuschen und Tönen sind:
- Eigene Podcasts erstellen (‚Garageband’/ Apple)
- Videoaufnahmen der Kinder mit verschiedenen Sprachen nachvertonen (‚IMovie‘/ Apple)
- Eigene Hip-Hop-Loops erstellen (‚Diktiergerät‘/ Samsung) und dazu Singen
- Eigene Musik aufnehmen (‚Garageband‘/ Apple)
- Mithilfe von KI separate Spuren von Musik erstellen und dazu Singen (‚Moises‘/ IOS, Android, Windows)
Wir arbeiten seit 2015 medienpädagogisch mit Kindern und Jugendlichen. Dabei bildet auch die aktive und kreative Nutzung digitaler Medien einen wichtigen Schwerpunkt in Kitas und Grundschulen.
Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der mkk – meine Krankenkasse. Für unsere Partner aus Frankfurt am Main werden seit fast 10 Jahren Schülerworkshops und Elternabende zum sorgsamen Gebrauch digitaler Medien in Kelsterbach und Geisenheim durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Gesundheitsprävention.
Hintergrund: Immer häufiger berichten bereits Kinder im Grundschulalter darüber, dass Sie von Smartphones und WhatsApp gestresst sind. Dabei decken sich unsere Erfahrungen in den Workshops mit den Studienergebnissen (u.a. Karin Knop et al. 2014: Mediatisierung mobil), wonach sich Kinder und Jugendliche immer häufiger über Kommunikationsstress, Ablenkung und suchtähnliche Verhaltensweisen beklagen.
Die erste Zusammenarbeit fand im Frühjahr 2016 mit über 160 Kindern, 80 Eltern und 8 Lehrerinnen an der Karl-Treutel-Schule in Kelsterbach statt – und hat sehr viel Spaß gemacht. Seitdem sind wir an der Karl-Treutel-Schule, der Bürgermeister-Hardt-Schule (beide: Kelsterbach) und der Emely-Salzig-Schule (Geisenheim) aktiv, an denen bis heute Workshops für die 3. und 4. Klassen und Elternabende stattfinden.
Über die frühen Fallstricke bei Whats-App und Co. Medienausbildung spielt an Pestalozzi-Schule wichtige Rolle / Förderverein und Rotary Club unterstützen
Kelkheim
Fast alle Kinder der Klasse 4 c an der Pestalozzi-Schule haben schon ein Handy. Gut die Hälfte nutzt Whats-App. Das ist nichts Außergewöhnliches mehr an Grundschulen, weiß Jörg Astheimer, der in die drei vierten Klassen gekommen ist. Zwischen 30 und 70 Prozent hätten in dem Alter bereits ein Smartphone. Geraten werde, es ab der 5. Klasse den Kindern zu geben, so der Kopf von „6 Degrees“, einer Initiative zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Das Team besteht aus Medienwissenschaftlern, Pädagoginnen und Sozialarbeiterinnen.
Umso wichtiger ist es für Astheimer und die Schule, die Mädchen und Jungen mit der neuen Welt vertraut zu machen. Dank der Unterstützung des Rotary Clubs Kelkheim und des Fördervereins (Text rechts) kann sich das Team um Rektorin Julia Herrmann die Expertenrunden leisten. Selbst die erfahrenen Erwachsenen können noch was lernen. Gerne machen Rotary-Präsident Johannes Schmittat und sein designierter Nachfolger Jürgen Machalett bei einem Spiel mit. Die Kinder haben gelernt, dass sie möglichst anonym im Netz unterwegs sein, nicht Namen und Fotos preisgeben sollen. Statt dessen können sie sich einen Titel und ein Bild einfallen lassen. Die Mitschüler kommen schnell drauf, wer „Becks 0710“ mit einem Tierfoto ist. Oder wer zum Motiv eines Videospiels den Namen „Kotzkiste 07“ geschrieben hat. Wer aber ist „Otto“ mit einem Elefanten-Symbol? Nach ein wenig Rätselraten wird Schmittat enttarnt – ebenso wie Eintracht-Fan Machalett mit Adler-Bild und dem Namen „Kolo“ in Erinnerung an Spieler Kolo Muani.
„Das ist so eine sinnvolle Geschichte“, hebt der kommende Präsident hervor und bucht Astheimer gleich für einen Vortrag bei dem Rotary-Freunden. Zudem sagt er auch die Unterstützung fürs nächste Jahr zu. Schulleiterin Herrmann freut das sehr. Denn Astheimers Besuche seien ein wichtiger Baustein in der Medienerziehung. Die Drittklässler werden mit PCs vertraut gemacht, es gibt das „Internet-Abc“. Das sei an der Schule „ein großes Thema“, so Herrmann. Sie lasse die Kinder auch gerne mal recherchieren im Internet. „Damit sie lernen, das zu unterscheiden.“ In Sachen Handy gibt es hier klare Regeln: Das Gerät muss auf dem Schulgelände ausgeschaltet sein. Sobald die Kinder ihren Schulweg antreten, dürfe es genutzt werden.
Noch stärker in Lehrplan einbinden
Referent Astheimer geht mit den Kindern in jeweils rund 90 Minuten viel durch. Zum Beispiel, wenn ihnen jemand unangenehme Nachrichten schreibt. Wie aus der Pistole geschossen berichten die Mädchen und Jungen, was zu tun ist: nicht antworten, den Chat verlassen, die Person sperren, die Eltern oder Polizei rufen. Daraus macht Astheimer mit den Kindern einen Comic. Er fotografiert sie dafür in Posen wie Zurückweisung oder Schweigen.
Klein und groß sind begeistert. Lehrerin Conny Saucke lässt sich von einem Jungen erklären, dass ein „Skin“ ein anderer Charakter bei Spielen sei. Die Kinder seien mit der digitalen Welt schon sehr weit, deshalb sei das Seminar umso wichtiger. So manches Elternteil gebe dem Kind in dem Alter schon einen „Tik-Tok-Account“, wundert sich die Lehrerin. Sie fände es daher wichtig, die Medienerziehung noch stärker in den Lehrplan mit einzubinden.
An den Problemen und Gefahren habe sich zuletzt wenig geändert, weiß Astheimer aus unzähligen Kursen. Chat-Gruppen wie Whats-App verursachen „Unruhe“. Das Thema sei insgesamt „eine große Herausforderung für die Eltern“. Weshalb er zum Beispiel nicht zum Nachrichtenportal in der Grundschule raten würde. Astheimer schult sogar schon in den Kindergärten – dort allerdings mehr die Erzieher. Denn bestimmte Kitas legten schon großen Wert auf eine Erziehung auch mit digitalen Medien. Die Kinder kennen es nur als „Konsumgerät“. Dass es sinnvoll nutzbar ist – diese Handwerkszeuge möchte der Experte aus Karben allen Kursteilnehmern mitgeben. Und hat neue Themen wie „Chatbots“ oder Künstliche Intelligenz mit aufgenommen. wein
Kindermedienrechte
In den UN-Konventionen sind Kinderrechte seit 1989 verankert, die von Deutschland ratifiziert wurden. Auch Massenmedien wie TV oder Radio spielen dabei immer schon eine Rolle – etwa in ihrer Funktion, Kindern kulturelle Teilhabe zu vermitteln.
Online-Medien fanden dabei jedoch lange Zeit keine Beachtung. Dies änderte sich in den letzten Jahren und die Vereinten Nationen haben die Kinderrechte für den digitalen Raum präzisiert. Wir sprechen dabei auch von Kindermedienrechten.
Als Vorbemerkung ist zu erwähnen, dass als Kinder alle Minderjährigen zusammengefasst werden – also Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Für die verschiedenen Altersgruppen gelten ganz unterschiedliche Voraussetzung. Bei Kleinkindern bspw. überwiegt der Schutzgedanke und sie sollten keinen der genannten Online-Risiken ausgesetzt werden.
Was kann man genau unter Kindermedienrechten verstehen?
Die Umbrüche in unserer Lebenswelt durch digitale Medien haben auch vor den Kinderzimmern nicht halt gemacht. Deshalb wurde es wichtig, die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Lebenswirklichkeit von Kindern zu betrachten und Kinderrechte dem digitalen Raum anzupassen.
Der UN-Kinderrechteausschuss hat sich in der »Allgemeine[n] Bemerkung Nr. 25 (2021) – Über die Rechte der Kinder im digitalen Umfeld« intensiv mit Kindermedienrechten auseinandergesetzt.
Als wichtige allgemeine Grundsätze sind zu erwähnen:
- Nichtdiskriminierung
- Kindeswohl
- Recht auf Leben, Überleben und Entwicklung
Was fordert der UN-Kinderrechteausschuss? Wie lassen sich die allgemeinen Grundsätze verstehen?
Alle Kinder haben das Recht auf einen kindgerechten Zugang zu digitalen Medien, unabhängig von Familieneinkommen, Herkunft und anderen Kriterien. Dabei meint kindgerecht vor allem, dass der Schutz der Kinder vor Risiken immer gegeben sein muss.
Dabei ist u.a. an folgende Risiken zu denken:
- Hassbotschaften
- gewalttätigen und sexualisierten Inhalten
- Cyberaggression und Cybermobbing
- Glücksspiel
- Ausbeutung und Missbrauch einschließlich der sexuellen Ausbeutung und dem sexuellen Missbrauch
- Verherrlichung von oder Anleitung zu Selbstmord oder lebensgefährlichen Aktivitäten
Grundrechte und Freiheiten im digitalen Raum
- Informationszugang
- Freie Meinungsäußerung
- Schutz der Privatsphäre
Alle Kinder haben das Recht auf einen altersgemäßen freien Zugang zu Informationen. Gleichzeitig gilt es sie vor Inhalten zu schützen, die schädlich, falsch oder nicht vertrauenswürdig sind. Ebenso haben Kinder das Recht auf freie Meinungsäußerung. Gleichzeitig gilt es, sie vor Anfeindungen zu schützen.
Kinder haben das Recht auf Privatsphäre. Es gilt, die Daten von Kindern zu schützen. Dieser Schutz umfasst bspw. die Datennutzung von Online-Unternehmen, Institution wie Schulen und sogar von Eltern und anderen Betreuungspersonen, die bspw. Fotos der Kinder teilen. Außerdem sollen Kinder in angemessener Sprache auf ihre Rechte hingewiesen werden.
Gewalt gegen Kinder
Kinder stoßen im digitalen Raum in vielfacher Weise auf Gewalt. Diese kann von Fremden, durch Familienmitglieder, andere Schulkinder oder Freunde ausgelöst werden.
Typische Beispiele für Online-Gewalt sind Cybermobbing oder sexualisierte Gewalt gegen Kinder, bspw. indem Texte oder Fotos mit sexuellem Inhalt ohne Zustimmung erstellt und weitergeleitet werden. Gleiches gilt, wenn Kinder zu solchen Texten oder Fotos genötigt oder gedrängt werden.
Auch das Anregen oder Animieren zu essgestörtem oder selbstverletzendem Verhalten ist eine, gegen Kinder gerichtete, Gewalthandlung. Unter dem Stichwort Risiken wurden Oben bereits weitere Formen typischer Online-Gewalt genannt.
Bildung, Freizeit und kulturelle Aktivitäten
- Recht auf Bildung
- Recht auf Kultur, Freizeit und Spiel
(1.) Mittlerweile gehört die Vermittlung digitaler Kompetenzen in Kita und Schule mit dazu. Kinder sollen zu einem kritischen Denken befähigt werden, dass Ihnen bei Internetrecherche eine Hilfe ist. Vor allem soll ihr Beurteilungsvermögen gestärkt werden, um vertrauenswürdige Informationsquellen einerseits und Falschinformationen, einseitige oder unwahre Inhalte (bspw. Fake News) andererseits erkennen zu können.
(2.) Mehr noch als in realen Situation ist Kinder die Tragweite von Online-Interaktionen oft nicht richtig bewusst. Ziel ist es, ihnen altersgerecht bewusst zu machen, „welche negativen Auswirkungen digitale Inhalte, Kontakte, Verhaltensweisen und Vertragsverhältnisse auf sie haben können, zum Beispiel durch Cyberaggression, Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und sexuellen Missbrauch oder Gewalt in anderer Form“ (SWR 2022).
(3.) Kindern sind Lösungswege zu vermitteln
Sie sollen (a) wissen, wie sie auf Online-Gewalt reagieren können. Die dafür zu vermittelnden digitalen Kompetenzen basieren auf einer Stärkung ihrer sozialen und emotionalen Kompetenzen sowie ihrer Resilienz.
Ebenso sollen sie (b) lernen, wie sie mit ihren persönlichen Daten und privaten Informationen im Internet umgehen sollten, um sich selbst und andere zu schützen. „Persönliche Daten im Internet sind ein begehrtes Gut. Unternehmen nutzen diese Daten zum Beispiel für personalisierte Werbung oder ähnliche Geschäftspraktiken. Dieses Wissen kann den Kindern helfen, mit der Digitalisierung einhergehende Risiken besser einzuschätzen und sich selbst davor zu schützen.“ (SWR 2022)
Sie sollten (c) lernen, eine ausgewogene Balance zwischen Online- und Offline-Aktivitäten zu leben. Dies gilt für Online-Games genauso wie für Soziale Netzwerke oder Video-Plattformen. Spiele, Kommunikation und Unterhaltung bieten im digitalen Umfeld viel Möglichkeiten. Für die Entwicklung von Kindern ist eine Balance notwendig, damit physische Aktivitäten mit Bewegung und persönlichen Interaktionen nicht zu kurz kommen.
Die aufgezählten Kompetenzen sind seit langer Zeit Gegenstand unserer Workshops mit Kinder und Jugendlichen. Diese gehen von der 3. bis zur 7. Klasse. Und die Inhalte werden altersgerecht ausgewählt und auf Augenhöhe vermittelt.
Bei Interesse, freue wir uns auf ihre Anfrage.
Förderungen im Bereich Löwenstark – der Bildungskick sind möglich.
Siehe auch SWR (2022): KINDER MEDIEN RECHTE UNTERRICHTSMATERIAL für die Grundschule 3. und 4. Klasse.
Wir betrachten Medienkritik als einen wesentlichen Aspekt der Vermittlung von Medienkompetenz – im Einklang mit den Zielen der Bildungspläne der Bundesländer. Diese kann sich auf alle medialen Formen und Phänomene beziehen. Gängige Themen der Medienkritik sind bspw. künstlichen Intelligenz, InfluencerInnen, Social Media, Gaming, Datenschutz, Fake News, Verschwörungsmythen, usw. An dieser Stelle soll der Umgang mit Sprache (Sprachnachrichten) und Bildern (Sticker) in der Medienkommunikation von Kinder und Jugendlichen kritisch hinterfragt werden.
Immer wieder werden neue technische Funktionen in Apps integriert, mit denen wir miteinander kommunizieren. Dabei ist spannend, wie wir mit diesen umgehen. Diese Frage ist besonders spannend bei Sprachnachrichten in Messengern wie bspw. Signal, WhatsApp oder Instagram usw. Natürlich sind Sprachnachrichten nichts neues. Früher hat man sich dafür eigene Geräte angeschafft – Anrufbeantworter. Gegenüber Textnachrichten bieten sie einen sehr einfachen Zugang, sodass bspw. schon Kinder darüber kommunizieren können. Und die Ansprache ist persönlicher.
Doch nicht alle sehen darin eine Verbesserung der Kommunikation – selbst Kinder und Jugendliche nicht. Denn auch sie lernen Sprachnachrichten als etwas kennen, das ihnen gerne Zeit raubt. Sie nehmen darin Botschaften wahr, die sich über mehrere Minuten hinziehen – verschickt von Freunden, die oft ganz am Ende der Nachricht erst auf den Punkt kommen. Fragt man bspw. SchülerInnen der 5. bis 7. Klasse, so herrscht eigentlich eine große Unzufriedenheit gegenüber langen und ausufernden Sprachnachrichten. Meist sind sogar ganze Klassen einheitlich der Meinung, dass lange Sprachnachrichten keinen Platz in einer WhatsApp-Klassengruppe haben sollten. Allerdings: Die wenigsten beherzigen die Erwartungen der Peer-Group und ihrer Eltern. Und auch bei Erwachsenen ist dies kaum anders. Wir verändern unser Medienverhalten nicht und in der Folge übernehmen die Technologie-Anbieter die Regie. WhatsApp, Signal und Co. bieten uns mittlerweile als Lösung an, dass wir die Nachrichten im hohen Tempo abspielen können. In der Folge dieser ‚Erleichterung‘ kommen noch weniger NutzerInnen schnell auf den Punkt. Das heißt, beim Wechselspiel von Medientechnologien (hier: Messenger) und Mediennutzung haben die Technologieanbieter klar die Nase vor. Und mittels der angebotenen Erleichterung tragen sie zu einer ‚schleichenden‘ Akzeptanz der Kommunikationsform bei, weiterhin ausufernde Sprachnachrichten zu verschicken.
Medienkritik – auch in der pädagogischen Praxis – sollte hier ansetzen. Aus unserer Sicht genügt es nicht nur, Handlungs-Rezepte für einen ‚sinnvollen‘ Umgang zu vermitteln. Vielmehr sollte noch mehr danach gefragt werden, wie Technologien unser Verhalten und unser Leben beeinflussen und prägen.
So gesehen finden sich die Einflüsse vieler technische Neuerung sehr schnell im Alltag wieder. Beispielsweise hat das Herstellen und Verbreiten von ‚Stickern‘ auf denen andere SchülerInnen dargestellt werden in der letzten Zeit enorm zugenommen. Das ist wiederum nicht verwunderlich, wenn die Hersteller wie Apple, Samsung, etc. mittlerweile diese Funktion in den Galerie- bzw. Kamera-Apps integrieren. Der Hintergrund eines Fotos lässt sich per Knopfdruck entfernen und das freigestellte SchülerInnen-Porträt wiederum direkt als Sticker speichern und in der Messenger-Kommunikation einsetzen. Technisch ist das lange schon möglich, aber die Einfachheit ist noch recht neu.
Abzusehen ist, dass von den meistern SchülerInnen in den kommenden Jahren Sticker an Schulen kursieren – meistens im Konflikt mit dem Recht am eigenen Bild. Schaut man auch hier kritisch auf die stattfindenden Veränderungen, zeichnet sich wohl ein kultureller Wandel ab, dass dem Recht am eigenen Bild immer weniger Bedeutung beigemessen wird. Vermutlich sind dabei die angebotenen Technologien genauso einflussreich wie die Mediennutzungsformen – etwas das Teilen von Privatem auf Social Media. Fragt man genau nach der Akzeptanz des Verbreitens von Stickern bei SchülerInnen, stellt man in der Regel fest, dass die meisten es keineswegs gut finden, wenn diese von ihnen verbreitet werden. Zugleich wird es eher resignativ hingenommen, da man sich kaum dagegen wehren könne, wenn Sticker von einem im Umlauf sind.
Jenseits vom Recht am eigenen Bild verstärkt sich damit auch die Tendenz, dass ‚images‘ von uns immer mehr Bedeutung einnehmen. Mit den Stickern, in denen sich oft auch die gängige Praxis der ‚Memes‘ wiederfindet, verbreiten sich also spezifische ‚images‘ von SchülerInnen und Schülern lokal in den Schulen – und in den Köpfen Ihrer MitschülerInnen. Und damit nährt man sich dem wohl momentan prägendsten medialen Rollenbild für Jugendliche: dem der InfluencerInnen – eben jene, die über Social Media nicht nur Inhalte sondern auch ein bestimmtes ‚image‘ von sich verbreiten. Es ist also kaum verwunderlich, dass Jugendliche sich, angesichts einer einheitlichen kulturellen Formation, hinsichtlich Ihrer Vorstellungen von Privatheit an ihren medialen Vorbildern (hier: InfluencerInnen) orientieren.
Lesen Sie hier auch zum Thema Medienkritik: Dialog zwischen Heidi Klum, Heidegger und Plato zum Thema Influencer
Warum Safer Internet bereits in der Kita wichtig ist?
Unser Ziel ist es, die Kinder spielerisch an die Grundlagen sicherer und verantwortungsvoller Nutzung digitaler Medien heranzuführen. In dem Modul für Kindergärten und die 1.-2. Schulklassen werden relevante Themen zum sicheren und sorgsamen Umgang mit digitalen Medien mit Kindern bearbeitet – ohne dabei Smartphone, Tablet oder Computer zu benutzen.
Medienbildung ohne Medien? Wir gehen davon aus, dass die Vermittlung einer sicheren und verantwortungsvollen Nutzung digitaler Geräte bereits vor der eigentlichen Mediennutzung ansetzt – nämlich bei der Primär-Prävention. Im Kleinkindalter, in dem die Kinder noch vergleichsweise wenig Kontakt zu interaktiven Online-Medien haben, geht es vor allem darum, die Selbstwirksamkeit und Selbstachtsamkeit der Kinder zu stärken. Was die Kinder in diesem Alter unter Freundschaft, Privatsphäre oder Sicherheit verstehen, hat wesentlichen Einfluss auf deren spätere, eigenständige Mediennutzung.
Selbst in Einrichtungen, die bisher wenig Affinität für die digitale Welt mitbringen, können wir dadurch einen wertvollen Beitrag zur Mediennutzung der Kinder leisten. Die Nutzung von Smartphones, Tablets und anderen digitalen Geräten beginnt meist schon früh. Oft wissen bereits Kleinkinder, wie man ein Smartphone oder Tablet bedient, wie man Apps öffnet oder mit der Familie Fotos macht.
Kommen die Kinder in die Kita, sind digitale Geräte häufig bereits fester Bestandteil ihres Alltags. Auch indem Sie Eltern und Geschwister beobachten, die sie Seiten im Internet aufrufen oder Games spielen, bekommen Kleinkinder bereits früh Einblicke in die Nutzung digitaler Medien. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, Kinder früh und bewusst bei der Mediennutzung zu begleiten, um sie dadurch für die Herausforderungen zu sensibilisieren, die digitale Medien heute mit sich bringen.
Kinderrechte im digitalen Raum
Wir orientieren uns dabei an den Kindermedienrechten der Vereinten Nationen. Nach diesen haben Kinder ein Recht auf die Nutzung von Medien, das immer aber auch im Einklang mit einem ausreichenden Medienschutz stehen muss.
Eine Medienerziehung, die Kinder befähigt, die Chancen die durch die digitalen Medien entstehen zu nutzen und die Risiken zu vermeiden, findet idealerweise bereits präventiv statt. Der Ansatz „Medienbildung-ohne-Medien“ bietet dabei die richtigen Voraussetzungen. Denn im Kindergarten-Alter geht der (Medien-)Schutz soweit, dass die Risiken für Kinder komplett auszuschließen sind.
Themen dieses Moduls
- Gerätenutzung durch Kinder
- Kostenfallen
- Das macht mir Angst!
- Was darf wer von mir wissen?
- Freundschaft und Geheimnis
- Meine Gefühle
- Umgang mit Gruppendruck
- Urheberrechte
- Recht am eigenen Bild
- Exzessive Nutzung digitaler Geräte
Leider muss die geplante Info-Veranstaltung für Elter, die heute in der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau stattfinden sollte, abgesagt werden. Wir hatten sehr spannende Workshops mit dem 5. Jahrgang.
Der Erkältungsvirus hat um sich geschlagen. Erst traf es die Workshop-TeilnehmerInnen und schließlich auch den Dozenten. Jörg Astheimer entschuldigt sich und freut sich, wenn die Eltern Anfang des neuen Jahres beim Ersatztermin am 03.02.2023 dabei sind.
Auch dieses Jahr ist wieder der Wunschbaum dran. Den baut Jörg Astheimer jedes Jahr mit der Bürgerstiftung aus Karben City und Guido Rahn auf. Die Geschenke sind für alle, bei denen das Geld sehr knapp ist. Die schicken Anhänger stammen von der super netten Kita-Delegation aus Okarben, die auch den Baum geschmückt hat.
Alle die was schenken wollen, schnell noch zum Baum im Bürgerzentrum und ein Wunschanhänger abgreifen.

In 2022 führen wir eine Fortbildungs-Reihe für das Bistum Limburg und das Bundesprogramm Sprachkitas durch. An der fortlaufenden Veranstaltung von Dr. Jörg Astheimer im Frühjahr und Sommer 22 nehmen über 50 Einrichtungen aus Hessen und Rheinland-Pfalz teil. Dabei werden alle Aspekte besprochen, die wesentlich sind, um digitale Medien in Kitas verantwortungsbewusst in die pädagogische Praxis zu integrieren.
In mehren Veranstaltungen werden theoretische und praxisnahe Inhalte für den Umgang mit digitalen Medien in der pädagogischen Arbeit mit Kleinkindern vermittelt.
Dabei geht es unter anderem um so spannende Fragen wie:
- digitale Medien als kreatives Werkzeug
- Kindermedienrechte im digitalen Raum
- digitale Teilhabe
- Entwicklung von Medienkonzepten für Kitas
- App-Empfehlungen für Kitas
- Medienschutzkonzepte für Kitas
- Einsatz von Medien in der Sprachförderung
Seit 2021 bieten wir SchülerInnenworkshops im Rahmen des hessischen Programms „Löwenstark – der BildungsKICK“ an. Hier liegt der Schwerpunkt auf den Bereichen Medienpädagogik und kulturelle Bildung.
Im Rahmen von „Löwenstark“ werden Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützt. Wir danken dabei dem Land Hessen und dem Bund, die die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.
Wir freuen uns, dank Löwenstark vielen Schülerinnen und Schülern einen spielerischen Einblick in die Chancen und Risiken von digitalen Medien ermöglichen zu können.
Netflix-Serie Squid Game – Empfehlungen zum Umgang mit Gewaltinhalten
In unseren Workshops taucht aktuell sehr oft die Frage auf, wie Schule, Kinder und Eltern mit der Netflix-Serie Squid Game umgehen können. Aus diesem Anlass haben wir an dieser Stelle Tipps für Eltern zusammengestellt.
Für Schulen und Betreuungseinrichtungen bieten wir Vorträge zum Thema Squid Game an.
Wie die Netflix-Serie Squid Game auf Kinder wirkt?
- Gewalt in Squid Game wirkt auf Kinder verstörend und schadet ihnen.
- Die Einschätzung ab 16 Jahren hat Netflix vorgenommen. Eine Altersfreigabe ab 18 ist jedoch realistisch.
- Bekannte Kinderspiele werden mit Gewaltexzesses vermischt. Als Kinderspiele sind die Inhalte zum Nachmachen angelegt.
- Kinder empfinden komplett anders als Erwachsene. Ein Film ist für sie genauso echt wie das Leben.
- Viele Kinder haben nach Squid Game massive Angst oder sie weinen. Andere werden brutal und gewalttätig! (ohne Empathie)
- Was im Kopf der Kinder passiert – bekommen wir das eigentlich mit?
Netflix-Zugang für Kinder beschränken
- Über altersgerechten Account eine Sperre einrichten. Hinweise unter:
httpss://www.klicksafe.de/materialien/netflix-disney-co-streamingdienste-sicher-nutzen/ - Oder unter: httpss://help.netflix.com/de/node/264
- Fragen Sie sich auch: Welche Medien konsumieren ihre Kinder eigentlich wo?
- Influencer*innen zeigen ebenso Inhalte aus Squid Game auf YouTube, TikTok und anderen Social Media.
Unterstützen Sie Ihre Kinder
- ACHTEN SIE AUF IHR KIND. Entwickelt es momentan Ängste oder Alpträume. Reden Sie mit ihm, trösten Sie es.
- „ALLE ANDERN DÜRFEN ES.“ Stimmt meistens nicht. Ziehen Sie klare Grenzen.
- SAGEN SIE WARUM! Begründen Sie, warum das nichts für ihr Kind ist. Sprechen Sie über die Darstellung von Gewalt und Tod.
- UND DER DRUCK DER ANDEREN! Entlasten Sie Kinder, dass sie nicht etwas schauen müssen, um mitzureden. Freunde mögen sie auch, wenn sie NEIN SAGEN.
- Kinder verstehen es als FÜRSORGE UND LIEBE, wenn Eltern sie vor Serien wie Squid Game fernhalten und eine Kindersicherung einsetzen.
- ERKLÄREN Sie, dass die GEWALT in Serien und Filmen wie Squid Game nicht echt ist.
Nadine Scherer von Freitagsanzeiger hat sich die Zeit genommen, an einem unserer Workshops teilzunehmen. Hier nun Ihre Eindrücke aus der Karl- Treutel-Schule in Kelsterbach.
Kelsterbach – „Was würdet ihr Fremden online nie verraten oder zeigen?“, fragt Jörg Astheimer die Drittklässler. Auf einem Blatt Papier notieren die Mädchen und Jungen die Antworten. „Mein Gesicht, meinen Namen, das Alter, die Adresse und meine E-Mail“, hat ein Junge innerhalb kurzer Zeit aufgeschrieben und zeigt die Liste Astheimer. Der Medienwissenschaftler ist beeindruckt, denn das sind mit die wichtigsten Punkte für sicheres Spielen und Chatten im Internet. TikTok-Videos schauen, Fortnite zocken und dabei mit anderen Spielern chatten, WhatsApp-Nachrichten beantworten und Serien auf Netflix gucken – dank der Corona-Pandemie und der fehlenden Möglichkeiten, sich mit Freunden zu treffen, hat der Konsum digitaler Medien bei Kindern noch einmal einen ordentlichen Schub bekommen. Und: Auch der Unterricht musste teils digital stattfinden, etwa über Lern-Apps.
Durch Corona hätten somit alle Kinder rangemusst an die digitale Beschulung, sagt Isabella Brauns. „Wichtig ist aber auch, dass bei der Nutzung der Medien die Grenzen und Gefahren erkannt werden“, findet die Leiterin der Karl-Treutel-Schule (KTS). Einmal im Jahr bekommt die Grundschule Unterstützung von Jörg Astheimer. In seinen Workshops sensibilisiert der Diplom-Soziologe bereits die Jüngsten für einen ausgewogenen Umgang mit Tablet, Smartphone und PC. Man sei sehr froh über die Workshops, da Astheimer sich gut auskenne und die Kinder anders anspreche als etwa Lehrkräfte. Jeweils zwei Doppelstunden widmete sich jede Klasse der Jahrgänge 3 und 4 dem richtigen Umgang mit dem Internet.
Jörg Astheimer wirbt an Grundschulen für ausgewogenen Umgang mit Handys und Tablets
Im November wird das Medienprojekt in der Bürgermeister-Hardt-Schule fortgesetzt. Seit sieben Jahren klärt Astheimer an den beiden Kelsterbacher Grundschulen über die Nutzung digitaler Medien und Endgeräte auf, finanziert werden die Projekte aus dem Bereich Gesundheitsvorsorge und Prävention von der Krankenkasse BKK VBU. Denn: Eine ungebremste Nutzung von Handy, Tablet und PC kann auch krank machen. Stress, die Angst, etwas zu verpassen, betreffen bereits Grundschulkinder. Etwa drei Viertel der Viertklässler hätten WhatsApp auf dem Handy, so Astheimer. Hier sei es wichtig, dass Kinder einen klaren Kompass bekommen und verstehen, welche Regeln gelten. Also sich an die Chatiquette – richtige Umgangsformen – in Chatgruppen halten. Also keine offenen Streits austragen oder Leute ungefragt in Gruppen einladen. Das habe sich im Laufe der Jahre etwas verbessert, als WhatsApp noch relativ unbedenklich genutzt worden sei, sagte Astheimer.
„Positiv ist, dass viele Kinder einen Selbstschutz entwickelt haben, bei Fremden in Chats aufpassen und keine Sachen über sich preisgeben“, fasste der Medienwissenschaftler seine Einschätzung zusammen. Ein Problem bleibt jedoch die Bildschirmzeit, vor allem die Nachtnutzung. Die kann Folgen haben, von schlechtem Schlaf bis hin zu Burnout. Etwa weil die Kinder sich oder die Freunde bei der Frage, wie schnell eine Nachricht zu beantworten ist, unter Druck setzten. Wie lange ein Kind vor dem Bildschirm verbringe, müsse schon in jungen Jahren geklärt sein. „Mit 14 kann man das nicht mehr begrenzen“, betonte Astheimer.
Vorbild für eine verantwortungsvolle Nutzung digitaler Geräte sind und bleiben die Eltern. Astheimer plädiert für Familien-Medien-Regeln, die für alle gelten. Eine zusätzliche Herausforderung kam mit dem Digitalunterricht und den Lernapps hinzu: Aus dem Spielgerät Smartphone oder Tablet, das im Lockdown stärker genutzt um Kontakt mit Freunden zu halten, plötzlich ein Arbeitsgerät. Was ist Spiel-, was ist Arbeitszeit? Die Eltern seien mehr denn je gefordert gewesen, hier eine Trennung reinzubringen. In den Klassen selbst spricht Astheimer mit den Kindern auch über ihre Lieblingsapps – hier stehen Spiele wie Fortnite, Minecraft oder die App-Spielesammlung Roblox hoch im Kurs. Gespielt wird online und gegen andere, inklusive Chat-Funktion.
Dass häufiges Zocken auch süchtig und teils aggressiv machen kann, wüssten die Kinder, berichtete er. Daher reflektiert Jörg Astheimer in den Klassen auch immer, welche anderen Dinge Kinder wichtig seien. „Die Kinder wollen auch medienfreie Zeiten mit den Eltern.“ Also gemeinsam draußen etwas unternehmen, Fußball spielen oder ins Schwimmbad gehen. „Die Kinder merken auch: Ist die Aufmerksamkeit der Eltern bei mir oder dem Handy.“ Am Ende jeder Stunde zeigen die Kinder dem Medienprofi ihre Lieblingsapps auf den Geräten und gemeinsam wird kontrolliert, ob die Profile auch sicher sind und keine privaten Daten preisgegebenen werden.
Finanziert über Fördermittel aus dem Landesprogramm „Löwenstark – der Bildungs-KICK“ soll es bald auch Medienprojekte für die Jahrgangsstufe 2 geben, kündigte Isabella Brauns an.
© Beitrag und Foto stammen von Nadine Scherer. Erschienen ist der Text im Freitags-Anzeiger (KW 42/2021).
Grundschule Burgholzhausen sensibilisiert gemeinsam mit Jörg Astheimer für den Umgang mit Tablets, Spielkonsolen und Smartphones
September 6th, 2021
Astheimer
An der Grundschule in Burgholzhausen gab es auch in diesem Jahr wieder Projekttage zu digitalen Medien. Für die Grundschüler*innen waren Unterricht und Freizeit in den letzten beiden Schuljahren ja vor allem durch die Covid-19-Regelungen geprägt. Je mehr ihnen die realen Treffen untersagt wurden, umso stärker haben die Heranwachsenden Wege gesucht, online miteinander im Austausch zu bleiben – sei es, um für die Schule zu Lernen (bspw. über Anton), Online-Spiele zu spielen oder mit anderen via Messenger wie WhatsApp verbunden zu bleiben. Die Projekttage hatten zum Ziel, einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln und frühzeitig für die Risiken sensibilisiert zu sein, die mit Online-Spielen, Sozialen Netzwerken/Messengern und YouTube einhergehen. Auf die Beine gestellt wurden sie von Dr. Jörg Astheimer (6 Degrees*), Dirk Hempelmann (Schulleitung), Bettina Reminder und Christiane Himmelreich (Lehrkräfte).
Als Förderer konnten der Hochtaunuskreis, die Stadt Friedrichsdorf und der Förderverein der Grundschule Burgholzhausen gewonnen werden. „Die hohe Zustimmung seitens der Förderer bestätigt uns darin, dass wir neben der Ausstattung mit digitalen Geräten immer auch die Stärkung der digitalen Kompetenzen der Kinder im Blick haben müssen“, so Dirk Hempelmann.
„Wie wichtig der Kontakt der Kinder zu den Gleichaltrigen ist, haben wir bei den dritten und vierten Jahrgängen mehr denn je gemerkt“, meint Bettina Reminder. „Selten gab es so viele Kinder im Abschlussjahrgang, die nicht nur ein eigenes Smartphone besitzen, sondern auch täglich im Austausch mit anderen über WhatsApp und Co. sind,“ ergänzt wiederum Jörg Astheimer. Daher wurden die Workshops vor allem dazu genutzt, um die Online-Kommunikation der Kinder untereinander in den Blick zu nehmen. Worin bestehen einerseits die Chancen, wenn man mit seinen Freund*innen durch das Smartphone verbunden bleibt? Und welche Risiken tauchen andererseits auf? Besonders auffällig an den zurückliegenden Monaten im Homeschooling und Wechselunterricht: Wenn der reale Kontakt wegfällt, bleibt den Kindern oft nur noch der Digitale. „Unser Hauptziel war es, mit den Kindern zu reflektieren, wie Ihnen die Online-Kommunikation mit Freunden und Bekannten gut gelingt. Denn auf Hürden stoßen die Kinder mehr denn je“, so Astheimer.
Oft tauchen aus Sicht der Kinder bspw. folgende Probleme auf: Es werden Fragen nach persönlichen Infos gestellt, Nachrichten, Telefonnummer oder Fotos werden an Dritte weitergeleitet; Kinder werden permanent mit Nachrichten oder Anfragen belagert, Unbekannte melden sich bei einem. Vor allem ‚Spam‘, das heißt, wenn einen andere mit Buchstaben, Emojis oder Ein-Wort-Nachrichten ‚zumüllen‘, ist fast allen Kindern ein Dorn im Auge. Ebenso problematisch ist, dass einen andere ungefragt in WhatsApp-Gruppen einfügen oder man aus der Gruppe ohne Vorwarnung gelöscht wird. Im Zuge der Workshops fällt den meisten Kindern auf, dass es ihnen doch viel leichter fällt, Freundschaften auf dem Schulhof zu pflegen als es online der Fall ist. Auch wenn es zu Streit oder Konflikten kommt, ist es leichter, wenn man unter vier Augen nach einer Lösung sucht. In den Workshops haben die Kinder außerdem gelernt, wie sie mit Problemen der Online-Kommunikation besser umgehen können. Und für den Übergang in die 5. Klassen haben die Kinder einzelner Klassen sogar bereits Regeln für Chat-Gruppen erstellt.
Den betreffenden Lehrerinnen erschlossen sich Aspekte der Freizeitgestaltung der Kinder, die sie gerne stärker bei der zukünftigen Unterrichts- und Elternarbeit berücksichtigen möchten. Vor allem, wenn Verhaltensauffälligkeiten oder Lernprobleme auftreten, kann es sinnvoll sein, als mögliche Ursache die Mediennutzung der Kinder stärker zu beleuchten. Als bereichernd empfanden sie nicht nur den vor- und nachbereitenden Austausch mit Herrn Astheimer, sondern auch dessen freundliche, ruhige und nicht wertende Art, den Kindern gegenüberzutreten. Das Kollegium erhofft sich durch die Medientage einen nachhaltigen Erfolg bei der Aufklärung der Kinder und Erwachsenen und will sie fest im bestehenden Medienkonzept verankern.
KSS- Schulleiterin Ursula Hebel-Zipper konnte kürzlich in stolze und zufriedene Schülergesichter schauen. Anlass war die Überreichung der Zertifikate für Medienkompetenz durch Hebel-Zipper zusammen mit Dr. Jörg Astheimer als durchführenden Dozenten und KSS-Lehrer Eckhard Kaufmann als Projektorganisator in jeder der zehn Klassen der Jahrgangsstufe 5.
Hebel-Zipper lobte besonders die erfolgreiche Mitarbeit aller Schülerinnen und Schüler sowohl bei der Durchführung des Projektes per Videokonferenz, bei der Form des Hybridunterrichts als auch der abschließenden Durchführung in Präsenz im Klassenraum. Die Schülerinnen und Schüler haben erfolgreich auch mit Unterstützung der Schulsozialarbeit in Person von Bettina Kreutz und Tatjana Schnitzer-Wagner ihre Kompetenzen im Bereich Schutz vor Bedrohungen im Netz, sorgsamer Umgang mit digitalen Medien, Regeln zur Kommunikation in Chat-Gruppen sowie Cyber-Mobbing und Hass im Netz erweitert.
Aufgrund des großen Erfolges und der positiven Resonanz plant die Kurt-Schumacher Schule Karben dieses Projekt künftig jedes Jahr für die Jahrgangsstufe 5 mit Dr. Astheimer durchzuführen. (zlp)
© Der Text erschien am 22.07.2021 in der Karbener Zeitung
Karben (pm). »Die Digitalisierung betrifft auch Kinder im Grundschulalter. Sie und ihre Eltern sind im Zuge der Corona-Pandemie mehr denn je mit der Frage konfrontiert, wie man sicher und gesund mit digitalen Medien aufwachsen kann«, sagt Medienpädagoge Jörg Astheimer. Gemeinsam mit Lehrern der Selzerbachschule hatte er zum siebten Mal in Folge ein Medienkompetenzprogramm für Schüler der vierten Klassen, Eltern und Lehrer angeboten.
»Auch in Karben bestätigt sich der Trend, wonach in Familien digitale Geräte immer mehr Raum einnehmen, was auch den Alltag von Grundschülern verändert«, sagt Astheimer. Tablets und Spielkonsolen hätten Einzug in neun von zehn Familien gehalten. Spätestens ab dem fünften Schuljahr verfügten die meisten Kinder über ein eigenes Smartphone. Um auch während der Zeit des Homeschoolings mit anderen Kindern in Kontakt zu bleiben, hätten die meisten von ihnen dann Messenger wie WhatsApp genutzt.
»Vor der Corona-Pandemie hatten wir nie einen so hohen Austausch über WhatsApp wie heute. Aber es ist nachvollziehbar, dass Kinder und Eltern digital ›aufrüsten‹, damit die Kinder mit anderen in Kontakt bleiben können. Social Distancing hat zur Folge, dass Kinder ihr persönliches soziales Netzwerk online pflegen«, erklärt Astheimer.
Das eigene Smartphone bietet Zugang zu Apps wie Snapchat, Instagram und TikTok. Mit dem Kauf des Smart- phones hielten diese Apps Einzug im Kinderzimmer, die eigentlich erst für Jugendliche gedacht sind. Damit verbunden sei das gesundheitliche Risiko, dass Kinder und Jugendliche nachts weiter Nachrichten und Status-Updates checken, um nichts zu verpassen. Die gesundheitliche Aufklärung, in Kooperation mit der AOK Hessen, habe das Ziel, frühzeitig dafür zu sensibilisieren, welche Risiken mit einer hohen Nutzung von Netzwerken und Messengern verbunden ist. Das nächtliche Nutzen von Smartphones bei Jugendlichen habe sich zu einem der größten Probleme entwickelt. Daher sei es richtig, bereits im Grundschulalter aufzuklären.
Viele Kinder sähen in Handy-Sucht ein Risiko und würden Situationen kennen, in denen sie nicht aufhören könnten, das Gerät zu benutzen. Die Empfehlungen der Kinder, um eine Online-Sucht zu verhindern, könnten jeden Ratgeber ersetzen. Die Schüler seien sich einig, dass eine Beschränkung der Medienzeit das wichtigste Mittel sei, um einer Sucht vorzubeugen. Auch dürften Kinder nicht ihren Alltag, ihre Hobbys und ihre Freundschaften vernachlässigen.
Vom Förderverein unterstützt
»Regeln helfen, den Umgang mit digitalen Medien zu begrenzen«, sagt Astheimer. Meistens würden diese jedoch nur für Kinder aufgestellt. In den Elternabenden sei verdeutlicht worden, dass Medienregeln für die ganze Familie gelten sollten. Denn was Eltern selbst als Vorbilder vorlebten, präge das Nutzerverhalten der Kinder oft stärker als Regeln und Verbote.
In Workshops haben die Kinder Regeln formulierten, die sie sich für die Mediennutzung ihrer Eltern wünschen: Das gemeinsame Essen und Ausflüge ohne Smartphones oder Tablets zu verbringen, stand für die Kinder an erster Stelle. Eine weitere Regel: Eltern sollten pro Tag eine gewisse Zeit ohne digitale Geräte verbringen und ihre Aufmerksamkeit den Kindern schenken. Unterstützt wurde das Medien-Erziehungsangebot vom Förderverein der Schule.
Der Text erschien am 22.07.2021 in der Wetterauer Zeitung.
Auch wir nehmen nach dem Überwinden der Corona-Notbremse wieder die Arbeit vor Ort auf. Auf Lockdown und Notbremse folgen in den nächsten Wochen unsere ersten „Lockerungsübungen“. Bis zu den Sommerferien sind wir noch in vier Einrichtungen in der Wetterau, Frankfurt und dem Hochtaunuskreis im Einsatz. Im ersten Moment ist alles noch sehr ungewohnt, aber es macht auch wieder viel Freude – vor allem in dieser Woche bei den tollen Kids vom Riederwald (KidS Frankfurt e.V.).
Das Team rund um Sabine, Simon und Kyri hat uns super unterstützt. Sogar Kora war mit dabei, die uns als Erzieherin immer mit Ihrem Fachwissen zum Umgang mit Kindern zur Seite steht.
Besonderer Dank gilt auch Jochen Hirchenhein und der BKK VBU (in Frankfurt Fechenheim) für die finanzielle Unterstützung.
Im Foto: Kora Meditz beim Praxis-Einsatz mit den Kids Riederwald. Hier haben wir uns bildlich mit Kindermedien auseinandersetzt: von Ladybug über Brawl Stars bis hin zu Instagram und Roblox – das alles kam in den Bildern der Kinder vor. Die Inhalte und Medien, mit denen sich die jungen Grundschüler*innen beschäftigen, sind unglaublich weit gestreut.
Danke auch für das tolle Feedback, das wir von einem der Kinder bekommen haben:
Im Frühjahr 2020 wurde der Startschuss gemeinsam zu einem umfangreichen Projekt im Bereich der Medienkompetenz an der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) Karben gemeinsam mit der Schulleiterin Frau Hebel-Zipper und dem Projektorganisator Herrn Kaufmann für alle 250 Schüler/innen der 5. Klassen gegeben. Als Finanzierungspartner konnte die Krankenkasse AOK Hessen und auch der Wetteraukreis gewonnen werden, denen wir an dieser Stelle herzlich danken
Durch die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen an den Schulen in Corona-Zeiten musste das ursprünglich geplante Konzept der Workshops für die Schüler/innen komplett geändert werden. Gleichzeitig war für die Schulleitung und dem Projektleiter wichtig, dass gerade in dieser Corona-Situation, in der die Schüler/innen noch viel häufiger mit den digitalen Medien im Homeschooling arbeiten und auch in Ihrer Freizeitbeschäftigung nutzen, dieses Projekt im Bereich der Medienerziehung auch ohne der Möglichkeit des Präsenzunterrichts durchgeführt wird.
Somit wurde ein Konzept entwickelt, dass sowohl in der Phase des reinen Homeschoolings als auch in der Phase des Wechselmodells umgesetzt werden konnte. Hierzu war die Unterstützung und Zusammenarbeit mit dem IT-Kollegen Hanno Schäfer notwendig, um alle technische Möglichkeiten auszuschöpfen. Ebenso war die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit wichtig. Bettina Kreutz und Tatjana Schnitzer-Wagner sammelten und werteten die Beiträge der Schülerinnen und Schüler aus den Videokonferenzen am Laptop aus, wodurch für den Referenten eine gute Einbeziehung und Verzahnung der Beiträge beider Gruppen möglich war. Durch diese Einbindung der Schulsozialarbeit im Projekt können Frau Kreutz und Frau Schnitzer-Wagner bei auftretenden Problemen im späteren Schulalltag zur Thematik stärker die jeweilige Klassensituation berücksichtigen.
Wir schreiten stark voran, mit der Digitalisierung in der universitären Lehre. Die laufenden Betreuungen der Bachelorarbeiten sind abgeschlossen. Die verschiedenen Pakete mit den Arbeiten liegen auf dem Tisch. Die Online Druckanbieter organisieren natürlich auch schon die Lieferung zu einem nach Hause.
Die Kontaktlosigkeit hat sich leider weiter durchgesetzt und das kommende Semester wird wieder komplett Online stattfinden. Normale Telefonate haben wir kaum noch. Stattdessen hat sich etabliert, auch die Betreuung von Projekt- und Bachelorarbeiten mit Tools wie Microsoft Teams durchzuführen. Die positive Veränderung daran ist, dass die Arbeitsprozesse der Studierenden viel besser begleitet und betreut werden können. Vieles davon wird sich sicher momentan dauerhaft etablieren.
Im September habe ich ein Interview mit Rüdiger Koslowski vom Freitagsanzeiger geführt, der dabei Fragen aus Elternsicht gestellt hat. Im Folgenden finden Sie die wichtigen Fragen und Antworten zur Medienerziehung.
1 Worauf sollten Eltern beim Umgang ihrer Kinder mit digitalen Medien achten?
An erster Stelle steht natürlich die Vorbildfunktion. Kinder übernehmen bei der Mediennutzung eigentlich die Verhaltensweisen, die ihnen ihre Eltern vorleben. Als Eltern sollte man vor allem darauf achten und die eigene eine Mediennutzung hinterfragen.
Zweitens: Eltern sollten außerdem frühzeitig mit der Medienerziehung beginnen, sich erkundigen, welche Inhalte und welche Zeiten ab welchem Alter in Frage kommen. Idealerweise orientieren Sie und Ihre Kinder sich an Familien-Regeln für die Mediennutzung. Denn gelten Regeln für alle Familien-Mitglieder, so sind diese für Kinder viel leichter zu reflektieren. Mir ist dabei sehr bewusst, dass es nicht immer einfach ist, Kindern Grenzen zu setzen. Eine Medienerziehung durch Eltern setzt dies jedoch voraus. Drittens: Ebenso ist es wichtig, dass sich Eltern, mit dem was ihre Kinder nutzen, beschäftigen und in jedem Alter als Ansprechpartner für die Kinder zur Verfügung stehen. Ein vertrauensvolles Verhältnis hilft Kindern sehr, wenn es darum geht, mit Problemen, die sich Online ergeben, zurechtzukommen.
Werfen Sie in dieser Hinsicht gerne auch einen Blick auf die Empfehlungen zum Umgang mit TV und Games, die Sie hier finden.
2 Worauf sollten Kinder beim Umgang digitalen Medien achten?
Kinder nutzen ab einem bestimmten Alter Smartphones, Tablets und Spielekonsolen selbstständig. In den Workshops greifen wir besonders das auf, worauf Kinder achten können. So gilt es, ein Gefühl dafür zu bekommen, was ihnen an realen Erfahrungen gut tut (Zeiten mit Familie, Freunden, Sport, usw.). Sie sollten lernen, welche Umgangsweisen bei der Online-Kommunikation gefragt sind („Chattiquette“), reflektieren, was für Sie und andere privat bleiben sollte. Sie müssen außerdem darauf vorbereitet sein, wie sie sich oder andere in Online-Situationen schützen – etwa wenn jemand gemobbt, bedroht oder belästigt wird.
Denn: Die Online-Risiken können Sie als Eltern nicht verhindern. Aber Sie können Ihr Kind so vorbereiten, dass es weiß, wie es sich selbst schützen kann und wen es zur Hilfe holen kann.
Stark und selbstbewusst im richtigen Leben zu sein, ist dabei ein klarer Vorteil. Es ist traurig zu sehen, dass es Kinder gibt, die im Klassenverband soziale Schwierigkeiten haben, und dann auch bei dem Versuch scheitern, diese online zu kompensieren. Medienkompetenz setzt meines Erachtens soziale und kognitive Kompetenzen voraus, die im direkten Miteinander gefragt sind. Nur mit diesen gelingt es Kindern und Jugendlichen mit dramatischen Online-Problemen wie Cyber-Mobbing, Hass-Rede (Hate-Speech) oder Fake-News umzugehen. Und auch für den alltäglichen Umgang mit Instagram- und Tik-Tok-Vorbildern sowie Influencern sind sie besser vorbereitet.
3 Wie viel Zeit sollten Grundschüler mit elektronischen Medien maximal verbringen?
Ich halte eine Stunde Bildschirmzeit bei Grundschülerinnen in der dritten und vierten Klasse für ausreichend.
4 Wie können Eltern ihren Kindern vermitteln, dass zu viel Zeit nicht gut ist?
Ein Vorschlag den vielen machen ist der, dass man breiter denkt und alles Wichtige fürs Leben Vorne anstellt. Wenn man den Tag zuerst mit allem wichtigen füllt – Lernen, Sport, Bewegung, Essen, Familie, Freunde, etc. – spricht nichts dagegen, die dann noch verfügbare Zeit auch mit der Nutzung von Medien zu verbringen. Damit hätten Eltern einen Maßstab, an dem sie und ihre Kinder sich gut orientieren können. Der Rest ist Erziehung – und auch die Medienerziehung fordert viel von Eltern ab. Auch hier noch Mal das Thema Vorbild: Es gibt viele Kinder, die sich wünschen, dass Ihre Eltern mehr Zeit für Sie hätten und weniger von Medien abgelenkt sind. Kinder zitieren immer wieder gerne den Radio-Spruch „Kopf hoch, das Handy kann warten“. Wer Kindern vorlebt, dass das reale Gegenüber wichtiger als eine Push-Mitteilung ist, kann damit rechnen, dass der Nachwuchs einen gesunden Umgang mit Medien entwickelt. Wer sich Zeit für seine Kinder nimmt, gibt ihnen die Aufmerksamkeit, die sie ansonsten versuchen medial zu erhalten.
5 Wie erkennen Eltern, dass Kinder suchtgefährdet sind?
Immer dann, wenn Kinder die wichtigen Aspekte des Lebens – auf die ich Oben eingegangen bin – massiv vernachlässigen, sollten sich Eltern sich Gedanken machen. D.h. wenn Schule, Essen, Schlafen, Freundschaften komplett gegenüber der Mediennutzung in den Hintergrund treten.
6 Dürfen Eltern den Chatverlauf oder die aufgerufenen Seiten ihrer Kinder im Netz überprüfen?
Es gibt die Fürsorgepflicht der Eltern, aber auch ein Recht auf Privatheit der Kinder. Aus gutem Grund – denn eine gesunde Entwicklung setzt auch Freiräume voraus. Jeder muss für sich entscheiden, auch abhängig vom Alter der Kinder, wie er beide Aspekte gewährleisten kann. Kinder brauchen Vertrauen, Eltern die Ihnen zuhören und bei Online-Problemen helfen können statt ihren Nachwuchs zu bestrafen. Wenn man sich Seiten-, Chatverläufe oder Social-Media-Kanäle der Kinder anschaut ist es sicher angebracht, dass der Nachwuchs darüber Bescheid weiß, wie man ihn kontrolliert. Auf Eltern kann generell viel zukommen: Spiele mit Chats, in denen sich Erwachsene tummeln, Kinder und Jugendliche die Tanzvideos auf TikTok und YouTube online stellen, Nachbarhäuser in denen Spiele ab 18 (GTA, Call of Duty u.a.) gespielt werden, Challenges mit selbstverletzendem Verhalten oder der wechselseitige Austausch von Nacktbildern (Sexting).
Wie bereits erwähnt: Als Eltern muss man sich mit den erwähnten Risiken auseinandersetzen und immer mit den Kindern im Gespräch bleiben.
In Kelsterbach arbeite ich momentan mit Grundschulkindern. Hier würde ich mir wünschen, dass Eltern sich an der Empfehlung orientieren, nur altersgerechte Apps Kindern zu überlassen.
Bei Suchmaschinen gibt es immer die Empfehlung, sicherere Kinderbrowser wie Blinde Kuh oder Frag Finn zu verwenden, die jedoch nicht stark verbreitet sind. Außerdem gab es lange Zeit sogenannte White-Listen mit Websites, die für Kinder unbedenklich sind. Das alles bietet geschützte Surfräume, die man als Eltern eigentlich nicht überprüfen müsste. Das setzt auch voraus, dass sich Kinder nicht frei im Appstore oder Playstore bedienen können.
7 WhatsApp ist erst ab 13 Jahre erlaubt. Viele Kinder haben es früher. Was hältst Du davon?
9 von 10 Kindern mit Smartphone haben auch WhatsApp – egal in welchem Alter. Vor 2-3 Jahren gab es in den Grundschulen noch Whatsapp-Klassengruppen in denen dann die Mehrzahl der SchülerInnen einer Klasse vernetzt war. Hier gab es viele soziale Konflikte, da den meisten Kindern Chatregeln fremd waren. Gab es eine/n, welche/r permanent Kettennachrichten, Emojis oder Sticker in die Runde warf, konnte damit die ganze Klasse in Aufregung versetzt werden. Kinder haben aus Provokation Freunde blockiert, gemeldet oder einfach zu Gruppen mit Fremden hinzugefügt. Das Problem ist nicht der Messenger WhatsApp, sondern die Praktiken der Kinder, die von vielen Eltern geduldet wurden. Wir haben das damals u.a. an der KTS und der BHS mit den Kindern reflektiert und auch mit Ihnen die hohen Nachrichtenzahlen in der WhatsApp-Statistik angeschaut. Mittlerweile ist das Thema in der Grundschule weniger dramatisch geworden. Das hat vor allem damit zu tun, dass bei Kindern und Eltern die Einsicht da ist, dass vor allem Klassenchats und andere Gruppen-Chats zu viel Unruhe, Aufregung und Konflikten führen.
Gegen einen Messenger-Nutzung unter 13 Jahren spricht generell nichts. Ich würde Eltern aber Messenger wie bspw. Threema oder Signal empfehlen, die mehr Wert auf Datenschutz legen. Von größeren Chatgruppen unter der Regie von Kindern würde ich absehen. Und außerdem sollten Eltern ihren Kindern unbedingt Chatregeln erklären. Dazu gehört natürlich auch, dass keine Bilder oder Texte dort rein gestellt werden, die andere Personen oder Gruppen verletzen.
In diesem Jahr waren wir zu Beratung und zu Informationsveranstaltungen auch an der Pestalozzischule in Groß-Karben. Unsere Infoveranstaltung haben wir online durchgeführt und Dr. Jörg Astheimer hat den Vortrag übernommen. Dabei hatten wir eine tolle Unterstützung der Eltern aus der Medien AG der Schule, die uns dabei geholfen haben den Online-Infoabend auf die Beine zu stellen. Zielgruppe waren die Eltern aus den ersten und zweiten Klassen.
Unsere Zusammenarbeit wird nun so fortgesetzt, dass wir die Schule beratend bei Ihrem nächsten Projekt unterstützen. Dieses trägt das Motto „Eltern helfen Eltern“. Und es wird darum gehen, dass Eltern anderen Eltern Sicherungs-Apps vorstellen. Schon beim Infoabend wurde deutlich, dass viele der Eltern aus der Schule Google Family Link benutzen, was an der Veranstaltung auf jeden Fall Thema sein wird. Daneben wird es aber auch um Sicherungssysteme bei der Playstation und bei der Nintendo Switch gehen. Außerdem wollen wir uns gemeinsam mit den Eltern ausschauen, welche Kindersicherungen Android- und iOS-Smartphones bieten. Die Maßnahme ist für die zweite Jahreshälfte in diesem Jahr geplant und wir freuen uns schon sehr darauf.
Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr auch Unterstützung durch den Wetteraukreis und den Hochtaunuskreis erhalten. Die beiden Landkreise unterstützen uns an der Kurt-Schumacher-Schule in Karben sowie an der Grundschule in Burgholzhausen.
Danke vor allem an den Landrat Ulrich Krebs für die Unterstützung unseres Medienprogramm, das einen wichtigen Baustein der Bildung von Schüler*innen darstellt.
An der Grundschule in Burgholzhausen stimmen wir uns übrigens eng mit den Inhalten des Internet ABC ab. So profitieren die Schülerinnen davon, das wir über die Grundlagen das Internet-ABC hinaus, aktuelle Phänomene und Erfahrungen der Schüler*innen gemeinsam und auf Augenhöhe mit Ihnen besprechen.
Filme und Computerspiele haben für Grundschüler*innen bereits eine große Faszination. Kinder gestalten damit ihre Freizeit. Die Angebote bieten Ihnen immer auch ein „Fenster zur Welt“, durch das sie sich mit dieser auseinandersetzen.
Bildmedien gehören natürlich in den meisten Familien zum Alltag und wir haben daher wichtige Regeln zusammengetragen, wie Eltern und Kinder sinnvoll mit Filmen und Games umgehen können.
1
Schalten Sie immer auch ab. Viele Erfahrungen können Kinder nur im direkten Umgang mit anderen Menschen und Dingen machen. Filme oder Computerspiele können das nicht ersetzen, was Kinder in Interaktionen mit Ihnen und anderen Menschen erleben und lernen können. Unterstützen Sie Ihre Kinder, Mediennutzung und andere Aktivitäten in der Balance zu halten. Nur wenn sich ihr Kind in der Welt gut zurechtfindet, wird es ihm gelingen, mit digitalen Medien gut zurechtzukommen.
2
Schauen Sie mit Ihren Kindern gemeinsam. Denn eigentlich sollten weder der Fernseher noch YouTube ein Ersatz für einen Babysitter sein. Im Vorschul- und im Grundschulalter brauchen Kinder Begleitung. Wenn Ihnen die Formate bekannt sind und ihre Kinder damit umgehen können, können sie auch hin und wieder selbstständig schauen. TV-, Internet- oder Spiele-Inhalte bieten für ihr Kind immer neue Anregungen. Gehen sie darauf ein und helfen Sie Ihrem Kind durch Gespräche, Spiele, etc. die Medieninhalte zu verarbeiten.
3
Beschränken Sie Bildschirmzeiten: Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern klare zeitliche Regeln und achten Sie darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Kinder im Grundschulalter sollten pro Tag nicht mehr als 45-60 Minuten mit Filmen und/oder Computerspielen verbringen. Bei höheren Nutzungszeiten besteht die Gefahr der Überforderung und der Minderung der Konzentrationsfähigkeit. Weitere Angebote wie bspw. Lernapps, Musik-Apps, Foto-Apps, etc., die nicht nicht auf passive Wahrnehmung ausgelegt sind, sind darüber hinaus möglich. Da die Bedürfnisse der Kinder jeden Tag anders sein können, vereinbaren Sie besser Wochenzeiten bzw. -Budgets anstelle täglicher Zeiten.
4
Bildschirmmedien sollten noch keinen festen Platz im Kinderzimmer haben. Vor allem fest-installierte Bildschirmgeräte wie TV oder Spielkonsole sollten noch nicht im Kinderzimmer platziert sein. Sobald bspw. Kinder einen Fernseher im eigenen Zimmer haben, steigt der TV-Konsum um 50%. Eine Kontrolle der Regeln durch die Eltern ist in dem Fall eigentlich nicht mehr möglich.
5
Behalten Sie die Altersempfehlung der Angebote immer im Auge. Egal ob es um Filme, Internetseiten, Computerspiele oder anderes geht. Als Eltern sollte man immer im Blick haben, ob die Inhalte für das Alter angemessen sind. So sollte bspw. de Zugang zu App-Stores, Play-Stores, und ähnlichen Angeboten durch Eltern geregelt werden.
6
Überfordern sie Ihre Kinder nicht. Kinder können von Inhalten und/oder der Machart überfordert sein. Zu aufregende Serien, Filme oder Spiele können für Grundschüler*innen ungeeignet sein. In dieser Hinsicht fallen vor allem in den lezten Jahren YouTube-Angebote und Spiele wie bspw. Fortnite auf, die den Kindern Angst machen. Ebenso häufig berichten Kinder von Werbung, auf die sie bspw. bei YouTube unverhofft stoßen.
7
Bleiben Sie bei Ihrem Kind. Selbst wer sich strikt an Altersgrenzen hält, sollte beachten: Auch innerhalb von altersgerechten Formaten, können einzelne Szenen Kinder überfordern. Daher gilt die Empfehlung, dass Eltern ihre Kinder beim Medienkonsum als Co-Piloten begleiten sollten, um Signale des Kindes wahrzunehmen und erklärend/tröstend zur Seite zu stehen. Nur so sind sie in der Lage wahrzunehmen, wenn ihr Kind zum Beispiel angestrengt oder verängstigt ist.
8
Bei Spielen und anderen Angeboten mit Online-Chats besteht zudem das Risiko, dass Ihre Kinder von Fremden bedroht oder sogar sexuell angemacht werden. Grundschulkinder sollten daher noch keinen Zugang zu Apps mit Online-Chats haben. Wenn ihr Kind dennoch etwas negatives erlebt hat, helfen Sie ihm immer und nutzen Sie außerdem die Blockier- und/oder Melde-Funktion von Apps.
9
Seien sie selbst ein gutes Vorbild. Machen Sie sich selbst ihrer Vorbildfunktion bewusst. Ihre Kinder lernen mehr von ihren eigenen Verhaltensweisen als von den auferlegten Regeln. Wie sie mit Fernbedienung, Smartphone und Spielekonsole umgehen prägt das Medienverhalten der Kinder nachhaltig.
10
Natürlich pflegt jede Familie ihren eigenen Erziehungsstil. Dennoch ist es nicht ratsam, Mediennutzung als Mittel zur Belohnung oder zur Strafe einzusetzen. Vor allem durch Verbote erreichen Sie, dass die Bedeutung von Spielkonsolen, Smartphones u.a. noch gesteigert wird.
Zum Abschluss folgender TIPP:
Medienregeln für Kinder werden von 9 von 10 Kinder dann akzeptiert, wenn diese für die ganze Familie gelten.
2020 und 2021 sind für uns eine große Herausforderung. Trotz der schwierigen Voraussetzungen haben wir es geschafft, seit dem Sommerferien 2020 in zahlreichen Schulen weiter aktiv zu sein.
Bis zum Lockdown im Winter konnten wir unglaublich viele Workshops mit Schüler*innen und Lehrer*innen machen. Unser Dank gilt hier vor allem noch Mal der BKK VBU und den beteiligten Schulen.
Als neue Themen sind natürlich Homeschooling und Lernapps dazu gekommen. Und wir haben uns darüber mit vielen Kindern ausgetauscht.
Ab den 5. Klassen realisieren wir die Schüler*innen-Workshops auf jeden Fall auch online. Dabei wird es umso spannender, wenn wir miteinander per Video- und Sprachchat im Austausch sind. Bei Wechselunterricht findet der Unterricht in den Klassenräumen statt und alle Kinder, die gerade im Home-Schooling sind werden virtuell eingebunden. Dafür sind wir dann auch mit mehreren Lehrkräften aktiv.